Was ist Tuina

Tuina basiert auf der Grundlage von Meridianen und Akupunkturpunkten. Durch bestimmte Handbewegungen werden die Meridiane geöffnet, Qi und Blut werden zum Fließen gebracht. Die Handmethoden im Tuina haben als Werkzeug daher den gleichen Stellenwert wie die Nadeln in der Akupunktur und eine gute Alternative für Patienten mit „Angst vor der Nadel“.

Die beiden Grundtechniken der TUI FA „schieben“ und NA FA „greifen“, die der Massage ihren Namen gaben, stehen symbolisch für die zahlreichen Techniken, die diese Methode in sich vereint: Reiben, Schieben, Drücken, Streichen, Kneten, Rotieren und viele mehr – immer individuell abgestimmt auf das Krankheitsbild und das Befinden des Patienten.

Im Tuina werden entweder einzelne Punkte behandelt oder mehrere Punkte durch Streichen oder Reiben miteinander verbunden und bearbeitet. Gelenke werden, ähnlich wie bei westlichen Therapeuten, meist durch mobilisierende Techniken behandelt.
Je nach Körperareal werden vom Therapeuten Fingernagel, Fingerkuppen, die Hand oder – bei der Massage großer Muskelgruppen – der Ellbogen verwendet. Die Behandlung lässt sich sehr effektiv durch Gua Sha und Schröpfen erweitern:

Gua Sha ist eine Behandlungstechnik, die in ganz Asien verwendet wird. „Gua“ bedeutet Reibung, „Sha“ bezeichnet eine Stagnation von Flüssigkeiten und Blut an der Körperoberfläche. Wird die Haut dort gerieben, wo sich die Stagnation befindet, so macht sich die Stagnation in Form kleiner, roter Petechien (Hautflecken) an der Oberfläche bemerkbar. Die Reibung erfolgt mit dickwandigen Gläsern oder speziell geformte Jade- oder Büffelhornschabern. Dabei wird die Haut so lange geschabt, bis eine deutliche Hautreizung auftritt.

Es regt die Durchblutung an – und wo Durchblutung gut funktioniert, funktioniert die Abwehr gut. Die Stoffwechselvorgänge werden angeregt, das Gewebe wird besser mit Nährstoffen versorgt – und Blockaden im Sinne der chinesischen Medizin werden aufgelöst, sodass sich nach der Behandlung ein angenehmes Gefühl von Wärme und Leichtigkeit und Entspannung einstellen kann.
Schröpfen

Das Schröpfen ist eine uralte Therapieform und wird zu den ausleitenden Verfahren gezählt. Bei dieser Methode werden glockenförmige Gläser, in denen ein Vakuum erzeugt wird auf die Haut gesetzt. Durch den äußeren Reiz des Schröpfglases wird das Bindegewebe verstärkt durchblutet und die Organtätigkeit der korrespondierenden Organe stimuliert.

Blockaden können sich durch die Schröpftherapie auflösen und eine angenehme Entspannung der Muskulatur bewirken.

Anwendungsgebiete

Tuina kann man immer dann anwenden, wenn es sich um funktionelle, reversible Störungen des Körpers handelt. Anders ausgedrückt: was schon zerstört ist, kann die Tuina auch nicht heilen, Tuina kann aber ggf. Schmerzzustände auch bei degenerativen Erkrankungen lindern.

Besonders wirkungsvoll ist die Tuina-Therapie bei Störungen des Bewegungsapparates mit Schmerzen, Veränderungen des Muskeltonus, Durchblutungsstörungen, Bewegungseinschränkungen, aber auch bei Arthrose, Schlaganfall und Nervenverletzungen (Verletzungen und Lähmungen).

Indikationen (nach Dr. Alexander Meng)
Rückenschmerzen, Kreuzschmerzen, Ischias
Gelenk- und Muskelschmerzen, Muskelverspannungen
Tennisarm, Golfarm, Schulter-Arm-Syndrom
Arthrose, Abnutzungserscheinungen an Gelenken
Hexenschuss
Bandscheibenbeschwerden
Halbseitenlähmung nach Schlaganfall
Periphere Faszialisparese
Neuralgien
Lokale therapieresistente Schmerzen
Kopfschmerzen, Migräne
Kreislaufstörungen
Nikotinsucht
Reizdarm, Reizmagen, Obstipation
Essentielle Hypertonie
Reizblase, Menstruationsstörungen
Wechseljahrsbeschwerden
Durchblutungsstörungen
Stabilisierung und Stärkung der Abwehr
Stabilisierung und Stärkung des Herz-Kreislaufsystems
Steigerung der Leistungs- und Lebenskraft
Akute, chronische und degenerative Prozesse
Innere Erkrankungen
Orthopädische Erkrankungen, Schmerzen des Bewegungsapparates und Reha
Nacken, Schulter, Rücken
Kopfschmerzen, Migräne, Tinnitus
Gynäkologische Erkrankungen
Verdauungsstörungen

Tunia wirkt seelisch ausgleichend und regenerierend bei
Stress, Burn-Out, chronischer Müdigkeit
Psychosomatischen Erkrankungen
Schlafstörungen
Neurasthenie, vegetative Störungen, Konzentrationstörungen

Kontraindikationen der Tuina-Therapie
Fieber
Entzündungen (besonders Osteomyelitis, eitrige Arthritis)
Tumoren
Blutgerinnungsstörungen
Wunden, Hautausschlägen
Gefäßerkrankungen
Knochenbrüchen
In Schwangerschaft und bei starker Menses ist die Massage des Bauches kontraindiziert
Bei körperlicher Schwäche im hohen Alter, nach langer Krankheit, bei übermäßigem Hunger, Übersättigung, Alkoholgenuss

Reaktionen auf die Tuina Behandlung

Normalerweise fühlt man nach der Behandlung keine Schmerzen, es kann aber sein, dass in den ersten Tagen nach der Behandlung muskelkaterähnliche Schmerzen auftreten.

Viele Patienten fühlen sich anschließend leicht, wohl und angeregt, möglicherweise können sie – besonders wenn die Behandlung mittags stattgefunden hat, nicht gut einschlafen.

Andere fühlen sich anschließend körperlich sehr müde, aber nicht schläfrig, andere wiederum fallen in einen tiefen Schlaf. Die Müdigkeit sollte am nächsten Tag nicht mehr vorhanden sein.

Die Ausschreidungsvorgänge können angeregt werden, sowohl vermehrter Stuhlgang als auch vermehrte Miktion sind durchaus möglich. Auch kann die Menses kann nach einer Behandlung stärker werden. Alle diese Erscheinungen sind Zeichen eines positiven Ansprechens auf die Behandlung.

 

melanie

Melanie Unkel

Melanie Unkel ist zertifizierte Tuina-Therapeutin, Ausbildung an der Heilpraktikerfachschule Villa Salutis Krefeld

Merken